Madeira: Tauchbasis Manta-Diving [15.10. bis 24.10.2013]

Früh am Morgen machten wir uns auf zum Frankfurter Flughafen, um einen der ersten Flüge mit Tui-fly zu nehmen. Zu unserem Ärger hatten wir für drei Personen zwar nur 47 Kg Gepäck, aber leider kein Tauchgepäck angemeldet, also erst mal kräftig nachbezahlen, das fängt ja gut an!

Vom nasskalten Deutschland ging es in die wohlige Wärme von 28 C .Man kann entspannt noch eine Runde schlafen und wenn man landet empfängt einen der herrlichste Sonnenaufgang .Die Landung ist sehr aufregend, denn das Flugzeug fliegt parallel zu einer Straße, die am Hang liegt.

Mit dem Kleinbus geht es in kurzer Zeit zum Galoresort und man hat auf der Fahrt einen ersten Eindruck der Insel. Die Rezeption empfängt uns mit einem „ Guten Morgen“, alles lässt sich auf Deutsch regeln .Wir bekommen unser Zimmer im zwei Minuten entfernten Galomar Hotel gezeigt.

Madeira1Madeira2 Wau !! mit Meerblick und Palme vor dem Balkon und an den Zimmerwänden hängen Unterwasser- Bilder !!! Passt !!

Nachdem wir unsere Klamotten der stetig steigenden Temperatur angepasst haben, gehen wir zu unserem Hauptziel, der Tauchbasis. Mit dem Fahrstuhl kommen wir bequem nach unten zum Wasser. Der Hauptandrang ist vorüber und wir können uns in aller Ruhe bei Sittika anmelden. Sascha macht mit uns einen Basisrundgang. Wo sind unsere Tauchbox, Spühlbehälter, Dusche, Pinnwand für die Tauchlisten und wo gibt es Flaschen( 12 er Alu) . Aus Sicherheitsgründen muss jeder einen Check-Tauchgang ablegen (Maske ausblasen, Wechselatmung, Tarieren ) . Na wenn es sein muss, wir vereinbaren für den nächsten Tag einen Termin, denn wir sind vom Flug sehr erledigt und wollen erst mal etwas Essen. Gleich am Fahrstuhl-Ausgang ist eine Bar mit Kleinigkeiten. Wir nehmen unter Bastmatten Platz mit Sicht aufs geliebte Meer. Nach einigen kühlenden Getränken und etlichen Fotos vom Meer taucht vor uns eine kleine Schule Schweinswale auf, die gemächlich durch unser Tauchgebiet streift. Großartig!

Die Sonne brennt weiterhin vom Himmel und wir schnappen unsere ABC-Ausrüstung und machen uns auf zum Wasser. Alle Liegestühle sind besetzt, aber so ein Lavafelsen ist auch ausreichend. Und ab ins kühle Nass! Bei 23 C° herrlich erfrischend und der Salzgeschmack! Wir tauchen ab und erkunden die Bucht auf ca. 5m kleinere Schwärme und unglaublich gute Sicht ! Miriam möchte unbedingt zum Lavafinger rüber und ich begleite sie. Viele Fische und sie kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, aber auch Brandung und sie darf nicht zu nahe an den Fels. Nach 40 min entsteigen wir über Leitern dem Meer. Herrlich und jetzt ein Sonnenbad !

Na, das mit der Sonne war jetzt zu viel und ich glühe vor Sonnenbrand.

Gegen 19.00 Uhr machen wir uns auf zum Abendessen( Halbpension ) ins Galosol, ca. 2 min Fußweg. Ein 4er-Tisch mit Blick zum Meer ist schnell gefunden. Nach dem bestellen der Getränke( in Deutsch ) erkunden wir das Buffet. Tagessuppe und Brot, Salatbuffet mit 4 Dressings, angemachte Salate mit Fisch, Wurst oder Vegetarisch, 3 Hauptgerichte und 2 Köche, die direkt zubereiten, als Abschluss das Dessertbuffet ! Manch einer isst nur davon, gell Miriam ! Zufrieden schlendern wir an der Küste entlang zu unserem Hotel rüber und erfreuen uns an einem Sonnenuntergang in allen Rottönen.

Das Frühstück ist genauso großartig und der beste Einstieg für einen ausgiebigen Tauchtag.

Für den Checkdive sind wir in einer 6 er Gruppe eingeteilt. Ausgiebig bespricht Sascha anhand einer Karte unseren Tauchgang und das Überprüfen von Wechselatmung und Maske ausblasen. Wir gehen zusammen Richtung Pool und nehmen den rechten Einstieg (Sprungplateau). Einer nach dem Anderen landet im Wasser und wir tauchen gemeinsam ab. Erledigen auf 5 m unsere Übungen und starten unsere Runde um den Lavafinger. Abstrakte Felsformationen, fantastische Weitsicht und Barrakudas begleiten uns. Vor der legendären Esmeralda (einer 28-jahrigen Muräne) geht es leicht gegen Strömung, aber danach empfangen uns einträchtig Zackenbarsch mit Trompetenfisch in einem Überhang ! Es geht bis auf 22 m zum Fenster, vorbei an Sandaalen und Muränen. Herrlich !! Nach 45 min sind wir wieder am Ausstieg und erklimmen die Leiter. Da es so schön war, machen wir an diesem Tag noch zwei Tauchgänge und gehen dann hungrig und müde zum Abendessen. Wieder ein Sonnenuntergang zum Abschluss.

Tochter Miriam begibt sich in die Hände von Manfred und beginnt heute ihren Tauchkurs mit einem Schnuppertauchgang im Pool und der Bucht. Alles klappt hervorragend und sie kommt mit einem begeisterten Grinsen aus dem Wasser .Und was sie alles gesehen hat sprudelt nur so aus ihr heraus : Fische die ganz bunt sind, Muscheln und natürlich die Sepias .

So soll es sein !

Wir machen uns unterdessen auf zur Höhle „ Ponda da Olivieira“. Die Robbe ist nicht zu Hause, aber dafür sitzen Atlantikhummer in den Spalten. Leider hat die Strömung sich geändert und wir müssen stark gegen sie angehen. Schaffen es noch mit genügend Luft im TG und können am Schluss wieder einmal die Sepias beobachten.

Nach noch einem Tauchgang und einem Imbiss in der Bar, machen wir uns auf zum Tauchplatz „Arena“. Es soll unser Lieblingstauchplatz werden. Der Einstieg ist etwas abseits über eine Holzbrücke zu erreichen und ist auch eine Leiter, die man runter steigt und von der man sich dann in flaches Wasser gleiten lässt. Die UW-Landschaft gleicht einem Haufen riesiger Murmeln, die bis auf ca. 15 m liegen, dann kommt Sand. Wir folgen der Küste nach Norden, bis sich die Landschaft ändert. Kurz vor der Arena kommt ein Drückerfisch auf uns zu. Er versucht, in Schlauch, Maske und Blitzlicht zu beißen, was uns gar nicht gefällt und wir ihn rabiat mit Gegenattacken vertreiben. Hier besser nicht mehr vorbei, sondern es mal auf 12 m versuchen. Wir finden den Tunnel der von „Kaskaden“ überthront wird. Er ist schön und einfach zu betauchen und oft stehen Schwärme darin. Rückweg über Lavafinger und Sepiafamilie.

Es ist Herbst uns so schlägt das Wetter schnell mal um, von Sonnenschein zu einem heftigen Gewitter mit Sturm, die Straßen und die Basis stehen unter Wasser. Schlammmassen finden ihren Weg ins Meer. Am Tag danach kann wieder normal getaucht werden, die Sicht ist schlechter als zuvor, aber für Deutschland-Seen- Taucher noch hervorragend. Wir fahren mit dem Alutauchboot raus zum „Cup Garajau“ und den zahmen Zackenbarschen. Kaum sind wir einige Minuten getaucht, steht plötzlich einer vor uns. Alle Fotoapparate werden auf ihn gerichtet, und es gefällt ihm offensichtlich gut. Klasse Erlebnis ! Beim Bojesetzen stelle ich fest, dass ich einen blinden Passagier dabei hatte, denn eine kleine Eidechse schwimmt kopfüber an mir vorbei.

Die Zeit vergeht viel zu schnell. Unsere Tochter schließt ihren Tauchschein mit Erfolg ab. Ihr erster Tauchgang mit Eltern klappt gut, solange die Mutter sich zurückhält und nur die Nachhut spielt.

Nach 16 Tauchgängen und gefühlten 3 kg mehr Biopreen verlassen wir nach 10 Tagen die Insel.

Und wissen, dass wir nächstes Jahr wiederkommen!

Euer durchweichtes Logbuch (Sonja)