Höhlentauchen in Mexico [25.12.03 bis 03.01.04]

Nachdem ich an dieser Stelle schon des Öfteren meine Reisetagebücher veröffentlicht habe will ich dieses mal einfach mal die Logbucheinträge preisgeben. Sie sind nur ganz leicht verändert um Stichworte in ganze Sätze zu packen. Auch für diejenigen unter uns die nicht immer so genau wissen was sie denn da so alles noch reinschrieben sollen. Da mein Word-Korrekturprogramm so einige Begriffe nicht kennt gehe ich einfach mal davon aus das auch Euch einige Begriffe fremd sind. Deshalb hier schon mal die Erklärungen:

CaveDive (CD): Höhlentauchgang - Kein direkter Zugang zur Wasseroberfläche oder Sichtverbindung zum Tageslicht.

Cenote
: Loch im mexikanischen Boden das den Zugang zu den unterirdischen Flussläufen ermöglicht. Teilweise groß wie Schönbach,
teilweise klein wie ein Gartenteich.

MainLine: Fest verlegte Leine die zur Orientierung in den Höhlen dient.
Goldene Regel: Es besteht immer eine durchgehende Leinenverbindung bis zum OpenWater-Bereich

Jump: Wechsel von einer MainLine zu einer anderen. Hier wird eine eigene Leine verlegt um diesen Jump zu markieren.

Gap: Überbrückung des Abstandes vom Ende der einen zum Anfang der nächsten Mainline.

T: Hier ist eine Leine direkt an irgendeiner Stelle einer anderen Leine befestigt.

Restriction: Sobald 2 Taucher nicht mehr nebeneinander tauchen können spricht man in der Höhle von einer Restriction. Kratzspuren am Anzug und den
Tanks sind hier nicht unüblich. An Fingern und Sonstigem natürlich auch !

Silt / Sediment: Feiner Bodenbelag der bei falschem Flossenschlag aufgewirbelt wird und die Sicht innerhalb von Sekunden auf Null
verschlechtert.

Halocline: Trennlinie zwischen Salz- und Süßwasser. An ihr spiegelt und verteilt sich das Licht der Tauchlampen. Beim Durchtauchen entsteht eine Mischung die die Sicht auf den Unterschied zwischen Hell und Dunkel reduziert.

Stage- Dive/ Flasche: Zusätzliche Flasche die seitlich an D-Ringen befestigt wird und entweder während des gesamten Tauchganges mitgenommen wird oder für den Rückweg an einer Stelle deponiert wird.

Toddy: Badischer Höhlen Dive Guide.

Tie Off: Befestigungspunkt der Leine damit sie immer schön straff gespannt ist.

CD Nr. 24
Ort Actun Ha
Max Tiefe 17,2 m
Tauchgangsdauer 62 min

Erster CaveDive nach fast 2,5 Jahren. Dafür war’s ok. Die Kabelführung der Lampe kann noch ein wenig verbessert werden. Die Cenote “Lukes Hope” hatte ich kleiner in Erinnerung. Der Jump zum “Room of Tears” ist an einem “Tie Off” ca. 2 Minuten hinter Lukes Hope zu erkennen. (Dort geht’s dann links runter in eine enge Röhre.) Wir sind der Mainline entlang bis in die Restriction gekommen an der Wilhelm und ich damals auch schon waren. Diesmal aber bis mittenrein und dann wegen eines kleinen Missverständnisses mittendrin umgekehrt.

CD Nr. 25
Ort Escondito B-Leine
Max Tiefe 20,7 m
Tauchgangsdauer 72 min (12 min Deko)

20 Meter links vom Einsprungspunkt geht’s an einem abgesoffenen Baumstamm durch eine Restriction. Ab dann kommen weite Hallen auf den ersten 20 Minuten. Gefüllt mit interessanten Gebilden durch zerfressenen Kaskstein, braunen Silt und Oxydeinschlüssen in den Stalagmiten und -titen. Das letzte Drittel vor dem Jump zur A-Leine ist etwas schmaler, aber nicht eng. Die Halocline ist überall gegenwärtig. Die Durchschnittstiefe liegt bei 14,3 Meter und daher verwundert die Deko nicht. Allerdings liegt der Übergang zum Freiwasserbereich bei exakt 3,0m und von daher lagen wir direkt vorm Ausgang fest. Haben Tic-Tac-Toe auf der Schreibtafel gespielt.

CD Nr. 26
Ort Sac Actun
Max Tiefe 15,4 m
Tauchgangsdauer 85 min

Linksrum bis zur Cenote Ho Tul. Danach der Gap bis zur nächsten Leine und weiter bis zur Cenote ohne Namen und nach ca. 35 Minuten ein Jump in Richtung Carernas Delos Comillos. An der 2ten Leine kommt nach der Cenote ein “Sand” Hügel. Die Stelle ist recht flach und die Leine liegt teilweise im Kalksediment. Überall hat’s schöne Formationen mit vielen eingeschnittenen Terrassen und Balkonen.

CD Nr. 27
Ort Sac Actun
Max Tiefe 12,2 m
Tauchgangsdauer 70 min

Auf dem gesamten Hinweg eine spürbare Strömung und kurz nach der Begegnung mit dem anderen Tauchertrupp auch relativ viel Silt. Lag wohl daran das die Jungs hier ihre Stageflaschen deponiert hatten. Rückweg ging dann mit der Strömung und nach dem Aufnehmen der letzten Jump-Leine war’s etwas trübe. Hinweg: Bei den ersten Doppelpfeilen kommt der Jump nach rechts ab. Zwischen den Säulen hindurch geht’s zur zweiten Leine. Weitere 10 Minuten später geht’s dann in einem zweiten Jump rechts in eine große Röhre – nicht zu eng.

CD Nr. 28
Ort Christal
Max Tiefe 20,6 m
Tauchgangsdauer 70 min (10 min Deko)

Der Eingang ist schwarz wie die Nacht. Nach dem Baumstamm geradeaus über den Hügel und hinterm Schild dann leicht rechts. Dann alle 5 Minuten ein Jump nach links und nach dem dritten kommt dann eine Röhre. Ist das geilste an diesem Tauchgang. Weiße, vom Salzwasser zerfressene Wände mit braunem Silt farblich abgestimmt. Teilweise Formationen die aussehen wie poliertes Holz. Näher betrachtet aber eher wie Sandrosen und sich auch so anfühlen.

CD Nr. 29
Ort Calavera
Max Tiefe 18 m
Tauchgangsdauer 73 min

Immer wieder schön The Fang und die Halle wirken immer wieder gigantisch. Bis dorthin weite Gänge in weißem Kalkstein. Hinter “The Hall of Giants” geht’s dann etwas enger zu. Am Umkehrpunkt schneeweiße Deckendekoration die aber allein durch die Ausatemluft “abmehlt” und die Sicht stark eintrübt. Auch die Halocline sorgt immer wieder für schlechte Sicht.

CD Nr. 30
Ort Vacaha (Don Camilo's Gartenteich)
Max Tiefe 21,1 m
Tauchgangsdauer 57 min

Entlang der Mainline durch’s Schlüsselloch. Danach kommen schmale, hohe Gänge mit dunklen Dekorationen. Am Eingang überwältigt jedes Mal die schiere Größe der Halle, Gänge und Dekorationen. Sind bis zum T gekommen an dem irgendein Witzbold eine weiße Plastikmaus angebunden hat. Die Schildkröte im Einstieg (ein ehemalige Viehtränke) scheint gewachsen zu sein und ist außerdem total bemoost.


CD Nr. 31

Ort Nahoch Nah Chich
Max Tiefe 8,7 m
Tauchgangsdauer 149 min

Die Mainline beginnt bereits im Tagelichtbereich, von dort aus geht’s dann durch riesige Hallen mit riesigen Dekorationen. Teilweise 3 Meter hohe zylindrische Säulen von der Decke bis zum Boden. Kaskaden und gefrorene Wasserfälle – alles Tropfstein. Der gesamte Tauchgang ist im Flachen. Sind nach 40 bar umgekehrt und angeblich “etwas zu schnell” zurück. Nach weiteren 20 bar kam dann die Cenote “Heavens Gate”. Kleines Loch in der Decke durch das genau in dem Moment die Sonne fiel. Sah aus als ob Toddy überholt hätte. Dort dann eine Recalculation für den nächsten Teil. Zurück zur Mainline und Jump zur nächsten Leine. Ab dort war’s dann etwas enger. Gleich zu Beginn geht’s durch eine “Wand” aus Stalagmiten -titen die ausschaut wie ein Zellengitter und gerade ist wie mit der Schnur gezogen. Dahinter dann wieder Unmengen von Dekorationen. Alles in weiß mit einer braunen, zähen Sedimentschicht. Reizvoll waren im Grottenbereich dann auch die Beinstalagtiten. Immer paarweise und in strampelnder Bewegung. 🙂

CD Nr. 32
Ort Abejas
Max Tiefe 11,9 m
Tauchgangsdauer 72 min
In Gedenken an Michael

Und wieder das gleiche Gefühl durch eine Dinosaurier zu tauchen. Die Steine / Deko’s sind vom gleichen Material wie in Christal und ebenso das Sediment. Der Schliff wirkt aber erheblich runder. Wirkt dadurch wie riesige Knochen. Sehr schöne Restrictions und überall Halocline. Dadurch ist hin und wieder Leinenkontakt angebracht. Waren ca. 25 Minuten bis zum T unterwegs und danach noch mal durch eine aufsteigende Restriction.

CD Nr. 33
Ort Tortuga
Max Tiefe 25,7 m
Tauchgangsdauer 73 min (23 min Deko - Wollte Level P1 des Vyper teste - P0 reicht)

Die Mainline beginnt direkt im Einstieg und führt durch eine Engstelle in eine riesige, fast schwarze Halle. 10W HID zeigt hier kaum eine Wirkung. Danach geht’s am ersten T hart nach links unten ins Salzwasser. Ab dort kommen wunderschöne Gänge. Röhrenartig mit unterschiedlichsten Durchmessern. Am zweiten T rechts ab. Danach eine große Halle mit rechterseits schönen Deko’s in braun. Anschließend wieder weiße Gänge in U-Bahngröße. Super Dive – außer das die Fische im Ausstieg mich während der Deko wohl für Futter hielten.

CD Nr. 34
Ort Christal
Max Tiefe 20,8 m
Tauchgangsdauer 101 min (23min Deko - Vyper stand wieder auf P0)

22 Minuten über drei Jumps, jeweils links rum, bis zum Ablegen der Stageflasche bei 135 bar. Nach 35 Minuten das T erreicht und dort noch mal nach links abgebogen. Nach insgesamt 40 Minuten und einem Druck von 165 bar im Doppeltank umgekehrt und nach weiteren 18 Minuten die Stageflasche wieder aufgenommen und nach insgesamt 74 Minuten die Deko gestartet. Trotz schöner Formationen und Tunnel war der Kopf mehr mit der Tauchgangstechnik beschäftigt. Macht nix, war eigentlich der gleiche CD wie Nr. 28, nur weiter rein.

CD Nr. 35
Ort Traverse von Escondito (A-Leine) zu Christal
Max Tiefe 20,7 m
Tauchgangsdauer 99 min (18 min Deko)

Einstieg in Escondito direkt rechts der Treppe. Danach kommen große Hallen mit wenigen, dunklen Deko’s. Dafür immer wieder Halocline und kurz vor dem T (das von CD Nr. 34) einiges an auf-und-ab. Bei 140 bar, 17 Minuten, von Stage- auf Doppeltank gewechselt. Nach 42 Minuten war das T erreicht und noch 160 bar im Doppeltank – genug für die Traverse. Weitere 32 Minuten später kam der Tageslichtbereich von Christal in Sicht und die Deko konnte beginnen. (Und endlich mal in Ruhe pinkeln 🙂 ) Hab auch noch mal geübt mit der Stage, nur an der Schulter befestigt, in Vorhalte zu tauchen. Macht in den Röhren zwischen dem T und dem ersten / dritten Jump wirklich Sinn. Dort ist auch das schönste Stück des Tauchganges.

Der letzte Tauchgang – zum “Monster House” von Chac Mol musste leider ausfallen – Montezuma’s Rache.
Da ich genau diesen Tauchgang nun schon seit Juni 2001 plane muss ich wohl tatsächlich noch mal nach Mexiko – Schaaaaaaade :-):-):-):-):-):-):-):-):-)

Und wer mehr wissen will der schaut doch einfach mal ins InterNet

www.aktundive.com <http://www.aktundive.com>
www.clownfish.nu <
http://www.clownfish.nu>
Wer hier nach GREGOR sucht, der wird ihn auch finden.

Saludos und allzeit 3 L
Die rostige Doppelachter